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Die Muskelverletzung

Muskelverletzung, Muskelfaserriss oder Muskelverhärtung

Viele Patienten kommen in meine sportorthopädische Sprechstunde mit Muskelschmerzen.

Häufig haben meine Patienten dann eine akute Verletzung aufgrund einer sportlichen Betätigung, nicht selten aber auch durch Heben von schweren Lasten bei Umzügen oder auch intensiver Gartenarbeit. Es gibt in der Literatur viele Unterscheidungen von Muskelverletzungen. Im Nachfolgenden möchte ich eine einfache nachvollziehbare Einteilung vorstellen.

Die leichte Form der Muskelverletzungen sind die sogenannten schmerzhaften Muskelverhärtungen, die entweder aufgrund einer Ermüdung der Muskulatur duch häufige wiederkehrende Muskelkontraktionen stattfinden oder aufgrund einer nervenbedingten Störung, z.B. strukturelle oder funktionsbedingte Störungen im Bereich der Wirbelsäule oder der Kreutzdarmbeingelenke, die dann über die Nerv-Muskelkette in den Muskel ausstrahlen und den Muskel verhärten.

Ist die Muskelverletzung größer, so sprechen wir von einer Muskelzerrung. Bei einer Muskelzerrung liegt eine Regulationsstörung der Muskelhärte vor, die ihre Ursache immer noch im fehlerhaften Zusammenspiel von Nerv-Muskelsystemen hat, die aber noch ohne Zerreißung von Fasern stattfindet. Diese Verletzung tritt häufig während intensiver sportlicher Betätigung auf. Die Patienten haben dann bei muskulären Belastungen Schmerzen, nicht aber in Ruhe. Die Schmerzen haben einen eher ziehenden, krampfartigen Charakter.

Haben wir eine noch größere Muskelverletzung, so sprechen wir von einem Muskelfaserriss. Hier ist der Muskel nun in seiner anatomischen Mikrarchitektur strukturell geschädigt. Hier sind die Schmerzen eher spitz- und stichartig, bei Bewegungen einschiessend. Man hat das Gefühl, als würde man mit einem kleinen Messer oder mit einer kleinen Nadel in den Muskel stechen, die Patienten verspüren nun auch einen Ruheschmerz. Die Heilzeit einer Muskelfaserverletzung dauert etwa drei bis vier Wochen, während die davor genannten Krankheitsbilder kleiner drei Wochen ausheilen können, wenn sie durch entsprechende konservativ-orthopädische Therapien und sportphysiotherapeutische Maßnahmen behandelt werden.

Eine noch größere Muskelverletzung ist der sogenannte Bündelriss einer Muskulatur. Hier verspüren die Patienten häufig ein hörbares Reißen mit einem starken plötzlichen Schmerz und es sind größere Areale einer Muskelgruppe oder eines großen Muskels betroffen. Oft kann die Muskulatur nicht mehr eingesetzt werden, was dazu führt, dass die Patienten stürzen können ,wenn beispielsweise die Beinmuskulatur betroffen ist. Auch hier ist die Behandlung konservativ. Behandelt wird durch den Physiotherapeuten und Orthopäden mit unterschiedlichen manualtherapeutischen Maßnahmen, Massagen, Infiltrationsbehandlungen, Stoßwellenbehandlungen, neuromuskulärer Stimulationsbehandlung, Wärme, Kälte, Medikamente und Verbänden. Die Ausheilzeit eines Muskelbündelrisses dauert etwa sechs Wochen.

Der schlimmste Fall ist der sogenannte Muskelriss, bei dem der ganze Muskel ein oder abreißen kann. Gelegentlich reißt der Muskel ansatznah an einem Gelenk aus mit einem kleinen knöchernen Stückchen. Dieses Stückchen kann dann, im schlimmsten Fall bei Profisportlern, zusammen mit dem an ihm hängenden Muskel durch Naht an seine Ursprungsstelle zurückversetzt werden. Die Heilzeit eines solchen Muskelrisses beträgt zwölf bis sechzehn Wochen. In der Vergangenheit haben wir im Rahmen von Fussballweltmeisterschaften oder Europameisterschaften miterleben müssen, wie dann deutsche Sportler mit solchen schwerwiegenden Muskelverletzungen anschliessend drei bis vier Monate ausgefallen sind.

In unserer Bonner sportorthopädischen Praxis behandeln wir gerne alle Leistungs- und Hobbysportler auch mit solchen Verletzungen.

Ihr Jürgen Römer mit Team