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Was ist Sport? Erklärungsversuch des Bonner Sportorthopäden Dr. Jürgen Römer

Dr Römer, Orthopäde in Bonn erklärt den Begriff Sport

Nicht nur als Orthopäde, sondern auch als Sportwissenschaftler habe ich mich schon oft mit der Frage beschäftigt : Was ist Sport? Für mich ist Sport ein sehr komplexer Begriff, den man aber wunderbar in Einzelteile zerlegen kann. Ein guter Sportler braucht hervorragende koordinative Fähigkeiten und Bewegungstalent. Beides fasst man zusammen unter dem Begriff: Technik. Ferner braucht ein guter Sportler taktisch-kognitive, also geistige Fähigkeiten. Hier spielt sicherlich auch der Begriff Intelligenz und intelligente Fertigkeiten eine Rolle. Ein guter Sportler braucht aber auch eine soziale Kompetenz, sprich er muss die Fähigkeit haben mit anderen Menschen in einer Gruppe, in einem Team vernünftig und gut umzugehen.

 

Auch psychische Fähigkeiten spielen eine große Rolle im Sport und sind für z.T. herausragende Sportliche Leistungen verantwortlich. So erinnere ich beispielsweise an Wettkampfsituationen,wie an das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, das meines Erachtens nicht nur aufgrund hervorragender fußballerischer Qualitäten unserer Mannschaft gewonnen wurde, sondern auch weil die psychologischen Fähigkeiten und die innere seelische Stärke unserer Mannschaft noch überragender gewesen ist als die eines hervorragenden Endspielgegners. In diesem Zusammenhang fällt mir immer wieder auf, dass auch z. B. bei meinem eigenen Golfspiel das Turnier oder die gute Golfrunde dann gut gespielt wird, wenn ich ausgeglichen uns seelisch ausgeruht bin und in mir selbst ruhe. Die gestresste Golfrunde nach dem Job wird immer desaströs. Die psychische Anspannung überträgt sich hier ganz besonders häufig auf die Fähigkeit, ein sauberes muskelharmonisches und muskelentspanntes Spiel zu zeigen und umzusetzen.

Weitere wichtige Faktoren sind veranlagungsbedingte sog. konstitutionelle und gesundheitliche Faktoren. Ein Turner hat dann Vorteile, wenn er nicht besonders groß ist, bei einem Basketballspieler ist dies genau umgekehrt. Optimal umsetzbare veranlagte Hebelkräfte korrelieren immer mit der entsprechenden sportspezifischen Kompetenz.

Nicht nur für mich als Bonner Sportmediziner und Sportorthopäde von besonderer Bedeutung sind die sog. konditionellen Fertigkeiten, auf die ich auch in meiner Sprechstunde besonders eingehe.

Hier spielt für den Orthopäden besonders die Komponente Kraft eine Rolle, die es aufzubauen gilt, z. B. als Rückenkraft bei Erkrankungen von Wirbelsäulenleiden , oder als Beinkraft bei der Nachbehandlung von Kreuzbandrupturen oder der Behandlung der Arthrose. Oft ist die richtige muskuläre Ansteuerung bei Erkrankungen der Achillesehne oder dem Tennis- und Golferarm von entscheidender rehabilitativer und heilender Bedeutung.

Ferner spielt die Ausdauerleistungsfähigkeit, z. B. für einen Marathonläufer eine zentrale Bedeutung sowie die Bewegungsfähigkeit, die man auch Flexibilität bezeichnet. Der vierte Faktor ist die Schnelligkeit die keiner weiteren einführenden Erläuterung im Rahmen des Artikels bedarf.

All das - Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Flexibilität, soziale Fähigkeiten, taktische Fähigkeiten, koordinative Fähigkeiten, psychische Stärke und körperliche Voraussetzungen - kann man mit einem Wort bezeichnen: Sport.