Akupunktur und Tennisellenbogen

Einsatz von Akupunktur zur Behandlung von Tennisarm

Eine häufige Schmerzursache am Ellenbogengelenk stellt der Tennisellenbogen oder auch Tennisarm genannt (Epicondylitis humeri radialis) dar. Hierbei klagt der Patient über Schmerzen an der Aussenseite des Ellenbogens im Bereich der Region, wo die Strecksehnen der Muskeln ihren Ursprung haben, die für die Streckung der Hand im Handgelenk zuständig sind. Eine dauerhafte mechanische (Über-)Belastung der Sehnen und zugehörigen Muskeln oder auch eine andauernde Zwangshaltung des Gelenks mit Verkürzungstendenz der umgebenden Weichteile kann zu einem lokalen Reizzustand und konsekutiv zu einer lokalen Entzündung der Sehnenansatzregion und der Knochenhaut (Periost) führen. Man nennt dieses entzündliche Situation der Sehne am Knochen und des angrenzenden Muskels aufgrund der Beteiligung dieser Strukturen im Verbund daher auch Ansatztendinose oder Myotendinose.

Akupunktur in der Behandlung von schmerzen am Ellenbogen

Ursprünglich wurde die Epicondylitis humeri radialis in Verbindung mit Tennisspielern gesehen, bei denen es technikbedingt zu einer massiven Belastung der Strecksehnen kommt. 20-30% der Tennisspieler weisen die Symptome zeitweise oder dauerhaft auf. Der weitaus grössere Teil der Betroffenen wird jedoch von Personen gestellt, die beruflich oder privat Risikofaktoren für eine Überbelastung des Ellenbogens aufweisen. Beruflich ist hier vor allem eine Mehrbelastung durch PC-und/oder Mausarbeit z.B. in Verbindung mit einem nicht ergonomischen Arbeitsplatz zu nennen. Sowohl beruflich wie auch privat ist die starke Beanspruchung durch handwerliche Tätigkeiten relevant. Insgesamt sind 1-3% der Weltbevölkerung betroffen.

Ursachen für die Schmerzen am Ellenbogen

Auf zellulärer Ebene kommt es bei dauerhafter Überbeanspruchung des Streckapparates des Ellenbogens zu einer Veränderung des Gewebes in Form von Flüsssigkeitseinlagerung in den Strecksehnen, zur Degeneration der betroffenen Sehnen und zu einer lokalen Anhäufung von schmerzauslösenden Substanzen. Zur Behandlung des Tennisarms stellt die Akupunktur eine sehr gute und nebenwirkungsfreie Therapiemöglichkeit dar. In der Akupunkturlehre werden die Schmerzen am Ellenbogen auf einen lokalen Energiestau zurückgeführt, so dass unter fachgerechter Nadelung dieser Stau über entsprechende Meridiane abgeleitet werden kann. Für den Fall, dass Krankheitsfaktoren wie "Kälte" die Beschwerden verschlimmern, kann die heilende Wirkung der Akupunktur durch lokale Einleitung von Wärme noch verstärkt werden. Bei dieser Therapie, die Moxibustion (¨Brennen¨) genannt wird, wird das Moxakraut zum Glimmen gebracht und die hierbei entstehende Wärme an den Akupunkturpunkten enweder über eine Moxazigarre, einen Moxakasten oder Moxa, die an der Akupunkturnadel befestigt ist, in die Akupunkturpunkte eingeleitet. Zusammenfassend ist Akupunktur eine schonende und effektive Therapiemöglichkeit des Tennisarms, die unter anderem den Schmerzmittelkonsum deutlich senken oder sogar unnötig machen kann.

Ihr Team Dr.  Jürgen Römer und Dr. Stephan Dresbach