Orthopädische Aspekte im Sport

Olympiakongress Seefeld/Tirol - Februar 2022

Im Rahmen einer einwöchigen Fortbildungsveranstaltung in Seefeld hatte ich Gelegenheit intensive Einblicke in die aktuellen und modernsten operativen sowie konservativen sportorthopädischen Behandlungsmethoden im deutschsprachigen Raum zu bekommen.
Neben einem umfangreichen sportpraktischen Kurssystem mit Skilanglauf, Alpinski, unterschiedlichen Langlauftechniken, abschließend auch einem Biathlonwettbewerb, hatten wir jeden Tag vormittags und nachmittags insgesamt 4 Stunden intensive Fortbildung. Die Dozenten kamen überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum und waren Ärzte, Olympiateilnehmer, Verbandstrainer der überwiegend winterolympischen Sportarten.

Viele Verbandsärzte kamen direkt von den olympischen Winterspielen aus Peking. Fortbildungsthemen kamen aus der Sportpsychologie, dem Leistungssport inklusive kindersportorthopädischer Fragestellungen. Es ging hier um die wichtige Integration von jungendlichen Leistungssportlern zur Vorbereitung für olympische Spiele. Theoretische Schwerpunkte befassten sich mit Arthrose und Sport und seinen konservativen Therapieoptionen, wie Eigenbluttherapie, Hyaluronsäure sowie Kombinationstherapien von Hyaluronsäure mit Eigenblut und Stammzellen. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Behandlung der sportinduzierten Knorpelschäden sowie Überlastungsschäden der Schulter, einschließlich der Rotatorenmanschette. Muskelverletzungen der oberen Extremität im Kraftsport wurden ebenso besprochen, wie Themen der Leistungsdiagnostik im Radsport, dem Langlauf und Schwimmen. An einem Nachmittag fand ein Intensivseminar Technik, sportartspezifische Beanspruchungen, Verletzungsprävention und Technikdemonstration im Biathlon statt. Ebenso wurden Randsportarten wie Bob in Theorie und Praxis oder Skispringen oder Skifliegen besprochen.

Modernes Management von Frakturen, konservativ versus operative Therapieverfahren rundeten ebenso wie Einblicke in den American Football, das EMS-Training mit Muskelaufbau- und Regenerationstraining den Theorieblock ab.

Eine Liveschaltung zu den Baskettballprofis nach Alba-Berlin sowie ein Update der Behandlung der vorden- und hinteren Kreuzbandrupturen, ein Seminar über die Vitamin-D-Substitution im Leistungssport sowie über die modernen Einsatzmöglichkeiten der Lasertherapie zeigte eindrücklich wie wichtig vernetztes und komplexes Denken in der modernen Sporttherapie sind. An einem Abend hatten wir die Möglichkeit eine Einführung in die Theorie und Praxis des Triathlons mit internationalen
Topatlethen in der zu bekommen. An einem anderen Abend wurden uns modernste Behandlungsverfahren der Sehnenchirurgie insbesondere bei der Ruptur der Achillessehne vorgestellt, sowie verschiedene Schlagtechniken zur Prävention von Verletzungen im Golf und im Tennis. Besondere Aufmerksamkeit wurde während der gesamten Veranstaltungen immer wieder auf die Möglichkeit einer interdisziplinären Diskussion der erfahrenen Sportmediziner mit dem Publikum vor Ort gelegt.

Zusammenfassend kann ich feststellen das die oben genannte Veranstaltung ein absolutes Highlight meiner sportorthopädischen Fortbildungen dargestellt hat und werde diesen Kongress sicherlich nicht das letzte Mal besucht haben.
Meine sportpraktisch gesammelten Erfahrungen im Langlauf werde ich diesen Winter in der Olympiasstadt Lillehammer kritisch auf die Probe stellen.


Diplomsportlehrer
Dr. med. Jürgen Römer
Facharzt für Orthopädie